Alte Volksschule Brixlegg
Heute Sitz des Tiroler Bergbau und Hüttenmuseums
Erbaut im Jahre 1876,in Betrieb genommen im Jahre 1877 diente das Gebäude 92
Jahre lang mit 2 Klassen als Volksschule. Auch die Gemeindekanzlei und eine
Schulwartwohnung war darin untergebracht.
Seit der Eröffnung der neuen Volksschule im Ausserer Anger im Jahre 1969 stand
das Gebäude leer.
Über eine Entscheidung zum Abriss oder zur Sanierung konnte man sich nicht
richtig einigen.
Pläne aus der Nachkriegszeit sahen eine Unterbringung einer Textilfabrik vor
(Eine Firma hätte sich scheinbar gefunden) in welcher eine Anzahl von Frauen aus
Brixlegg und den umliegenden Dörfern relativ leicht Arbeit bekommen könnten.
Leider wurde nichts daraus.
Vorschläge zur Einrichtung von Wohnungen wurden laut, da das schwer vom
2.Weltkrieg bombengeschädigte Brixlegg unter großer Wohnungsnot litt.
Längere Zeit verging...........Doch als in den 80íger Jahren der Museumsverein
entstand weckte das Leerstehende und schon sehr desolate Objekt erneut
Interesse.
Lange wurde gerätselt wo man das Museum unterbringen könnte, es kamen 2
Möglichkeiten in Betracht:
Ersteres fand eine mehrheitliche Zustimmung.
Da alle öffentliche Gebäude automatisch unter Denkmalschutz stehen, wurde auch
das Bundesdenkmalamt hinzugezogen, welche dem Projekt sehr wohlgesonnen
zustimmten.

c Tiroler Kunstkataster (Drexel, 1986).

Verein und Museum
Die Gründung des Museums erfolgte durch einen Verein
Ende 1986.Das Museum dient der Allgemeinheit auf geistigem und kulturellem
Gebiet ,indem es die historischen Bergbau- und Schmelztechniken dokumentiert
und darstellt.
Seine Tätigkeiten erstrecken sich von Brixlegg aus auf das Bundesland Tirol
,mit dem Schwerpunkt des Unterinntales. Durch die Ausstellung in einem Museum
wird den interessierten Besuchern die Möglichkeit geboten ,einen wesentlichen
Teil der Montangeschichte Tirols kennen zulernen.
Am 21.9.1991 erfolgte die Eröffnung des Museums mit einer Ausstellungsfläche
von ca. 150 m².In der Zwischenzeit wurde mehrmals vergrößert ,so dass seit
1997 die Exponate auf einer Ausstellungsfläche von 400m² präsentiert werden
können. Die Mittel für die Durchsetzung der Vereinsziele werden durch
Eintrittsgelder ,Einnahmen aus Schenkungen und Spenden ,Veranstaltungen
,finanzielle Zuwendungen vom Land Tirol ,von der Gemeinde Brixlegg ,der
Republik Österreich ,anderen Vereinen und aus Mitgliedsbeiträgen aufgebracht.
Gegenwärtig zählt der Verein ca. 180 Mitglieder.
Bergbau
,Geologie und Mineralien
Im Museum werden die geologischen
Verhältnisse der Bergbaugebiete in Tirol ,insbesondere aus dem Raum Brixlegg
bis Schwaz, mit ihren vielfältigen Gesteinen erklärt.
Die Abteilung Mineralogie beinhaltet neben
kristallkundlichen Erläuterungen die sog. "Bitterlich-Sammlung",
die ca. 400 Mineralien umfasst und sie nach systematischen Merkmalen
präsentiert.

Ur- und
Frühgeschichte
Ur- und frühgeschichtliche Funde lassen auf eine alte
Bergbausiedlung im Raume Brixlegg schließen.
Sie ergeben einen weiteren wesentlichen Schwerpunkt der Ausstellung.
Einzigartige Fundstücke und Relikte aus längst vergangenen Zeiten ,die über
6000 Jahre zurückreichen,
weisen auf eine lange Entwicklungsgeschichte des Montanwesens in Tirol hin.
Die Funde können den komplexen Zusammenhang von Besiedlung ,Bergbau und
Verhüttung über Jahrtausende belegen.
Der im Museum ausgestellte Fundkomplex vom "Mariahilfbergl" in Brixlegg ist in
dieser Form einmalig.

Prähistorischer Bergbau im Bereich Schwaz - Brixlegg
Bergbau vor unserer Zeitrechnung. Über 6000 Jahre Metallerzbergbau in und um
Schwaz-Brixlegg.
Eine einzigartige Ausstellung über das Leben und die Arbeit unserer Urahnen.
Welche Werkzeuge wurden verwendet? Welche Methoden angewandt?
Steinschlägel und Kupferbeil - Bergbau und Verhüttung vor Jahrtausenden.
Hans-Peter Schrattenthaler, ein profunder Kenner des prähistorischen und
historischen Bergbaus stellt dem Museum eine einzigartige Ausstellung zur
Verfügung.

Historischer und moderner Bergbau
Das Berg- und Hüttenwesen in Tirol erlebte im 15. und 16
Jahrhundert eine Hochblüte.
Zu dieser Zeit war der Bergbau und eine Schmelzhütte bereits ein völlig
durchorganisiertes Unternehmen.
Dem Besucher werden Geleucht und Gezähe sowie viele viele andere Bergbauutensilien
wie z.B. Steigbäume, Erztröge ,Meißel ,Keile ,Holzschemel,........etc. in
mannigfacher Zahl und Ausführung aus den verschiedensten Jahrhunderten
gezeigt. Teile einer alten Wasserkunst sind weitere Ausstellungshöhepunkte.
Glanzstück ist ein ca. 150 Jahre alter Spurnagelhunt
,der in einer Aufsehen erregenden Aktion
von einer Gruppe französischer und deutscher Fachleute mit österreichischer
Beteiligung aus dem "Gratlspitz" nahe Brixlegg geborgen wurde.


Bergbau Aktiv Team
"Ein Verein im Verein"
Das hier originale Fundgegenstände aus den regionalen Bergbauerevieren und nicht Nachbildungen gezeigt werden können, verdanken
wir speleologisch ausgebildeten Gruppen, die Bergungen aus den
unzugänglichsten Stollen und Schächten vornehmen kann.
Das BAT ist eine eigenständig agierende Gruppe welche im Museumsverein
integriert , selbst jedoch kein Verein ist. Vielmehr ist es eine
Interessensgemeinschaft bestehend aus Idealisten.
Mehr Infos unter der Rubrik "BAT"

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